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Wie die Gesellschaft vom Corporate Citizenship-Engagement der Unternehmen profitiert.

Unternehmen spielen in der Gesellschaft eine maßgebliche Rolle: Ihre ökonomische Leistungskraft und wirtschaftliche Innovationsfähigkeit sind elementare Voraussetzungen, damit sich Demokratie und Wohlstand weiterentwickeln können. Es liegt also im Interesse der Gesellschaft, wenn Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften können.

Im Umkehrschluss hängt der Wohlstand einer Gesellschaft aber auch von ihrer eigenen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit ab. Aufgrund der Globalisierung haben sich jedoch die Rahmenbedingungen dafür wesentlich geändert: Auch in Deutschland verliert der Staat zunehmend an politischer Steuerungsfunktion, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Einfluss und kann somit nicht mehr als alleiniger Garant für die Sicherung soziokultureller Grundlagen gesehen werden. Stattdessen kommt ihm mehr und mehr eine neue Rolle zu: Er muss einen institutionellen Rahmen schaffen, in dem er die Lösung gesellschaftlicher Probleme gemeinsam mit der Wirtschaft und den Bürgern angehen kann. Unternehmen können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Für die Unternehmen bedeutet diese Entwicklung eine „doppelte“ Herausforderung. Damit sie diesen Spagat erfolgreich meistern können, müssen die Maßnahmen von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft deshalb so koordiniert werden, dass sie gezielt ineinander greifen. Doch heute ist es oft so, dass zum Beispiel soziale Einrichtungen gar nicht wissen, wie sie über die finanziellen Zuwendungen hinaus vom Engagement der Unternehmen profitieren können. Andererseits wissen Unternehmen oftmals nicht, wo und wie sie effizient helfen können. Hier ist Klarheit aber auf beiden Seiten wichtig, damit verstärkt Mehrwerte generiert werden können.

Viele gemeinnützige Organisationen stehen somit heute vor neuen Herausforderungen wenn es um die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft geht. Leistungsangebot und Erwartungshorizont decken sich oftmals nicht. Hinzu kommen für sie neue Anforderungen, die sich aus der Übernahme kommunaler Aufgaben ergeben, die von Städten und Gemeinden in zunehmendem Maß privatisiert werden. So benötigen soziale Einrichtungen und Verbände heute verstärkt Kenntnisse, wie sie in der Wirtschaft notwendig sind. Dies ist zum Beispiel in den Bereichen Ressourcen-Management, Führungsqualität und Controlling der Fall.

Und genau hier wird der wahre Mehrwert von Corporate Citizenship (CC) für beide Seiten, Wirtschaft und gemeinnützigen Organisationen, deutlich: Unternehmen übernehmen hier neben ihrer klassischen Rolle als Fundraising-Partner auch die einer Art Mentor, der sein Wissen weitergibt. Gemeinnützige Organisationen lernen in der engeren Zusammenarbeit mit der Wirtschaft unternehmerischer zu handeln und zu kommunizieren sowie sich kunden- und mitgliederorientierter aufzustellen.

Und nicht zuletzt ist gesellschaftliches Engagement in Form von CC auch auf persönlicher Ebene, für jeden einzelnen der daran beteiligten Menschen, ein Gewinn. Dabei spielt es in erster Linie keine Rolle, ob dieses Engagement im Bereich „Kunst“, „Bildung“ oder zum Thema „Integration“ ist. In jedem Fall eröffnet soziales Engagement für jeden Einzelnen ganz neue Perspektiven und die Chance, ungeahnte Talente zu entdecken und zu entwickeln. Das Engagement für andere bietet die große Möglichkeit, auf subtile Weise seine Stärken zu stärken und gleichzeitig seine Schwächen zu schwächen. Und dies in einem Umfeld, in dem Dankbarkeit regiert. In der Summe bedeutet das für den Einzelnen ein starkes Gefühl der Zufriedenheit mit sich selbst. Davon profitiert nicht zuletzt die Gesellschaft als Ganzes und somit mittelbar auch wieder die Unternehmen.